D - Demenz

Demenz

A / B / C / D / E / F / G / H / I / J / K / L / M / N / O / P / Q / R / S / T / U / V / W / X / Y / Z

Was versteht man unter Demenz?
Demenz ist ein Überbegriff für eine Vielzahl von Erkrankungen. Allen Formen der dementiellen Erkrankungen gemein ist der langsam fortschreitende Verlust geistiger Fähigkeiten, zum Beispiel der Gedächtnisleistung, des Denkvermögens, des Sprechens und des praktischen Geschicks. Menschen mit Demenz haben somit zunehmend Schwierigkeiten sich im Alltag zurechtzufinden.

Was ist der Unterschied zwischen normaler Vergesslichkeit und Demenz?
Demenz beginnt mit Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und der Merkfähigkeit.
Anders als bei einer normalen Altersvergesslichkeit kann sich der Betroffene auch bei intensivem Nachdenken nicht an das Vergessene erinnern. Typisch ist zudem, dass regelmäßig Gegenstände verlegt werden und Erinnerungslücken auftreten. Im weiteren Verlauf vergisst der Erkrankte auch eingeprägte Inhalte des Langzeitgedächtnisses und verliert zunehmend Fähigkeiten, die er in seinem Leben  erworben hat. Die Krankheit wirkt sich auch verändernd auf Persönlichkeitseigenschaften und Verhaltensweisen des Betroffenen aus – für Angehörige stellt dies oft die größte Belastung dar.

Welche Symptome sind typisch für Demenz?
Man unterscheidet zwischen Primärsymptomen, die durch die Krankheit selbst ausgelöst werden, und Sekundärsymptomen, die aufgrund der Einschränkungen und durch Reaktionen der Außenwelt auftreten können.

Primärsymptome sind zum Beispiel:

  • Gedächtnisstörung (Amnesie), Sprachstörung (Aphasie)
  • Wahrnehmungsstörungen bis hin zu Illusionen und Halluzinationen
  • Störung von motorischen Handlungsabläufen
  • Abstraktionsfähigkeitsverlust, also verlangsamtes und umständliches Denken
  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen
  • Persönlichkeitsänderungen
  • Stimmungs- und Verhaltensänderungen
  • Orientierungsprobleme
  • Umkehr des Tag-Nacht-Rhythmus
  • Inkontinenz
  • Schluckstörungen

Wesentliche Sekundärsymptome einer Demenz sind:

  • Angst, Scham, Unsicherheit
  • Unruhe, überschießende Bewegungen
  • Wut, Abwehrverhalten
  • Rückzug, Depression, Antriebsarmut bis hin zur Apathie


Wer ist besonders gefährdet?
Von einer Demenz sind vor allem Menschen im hohen Lebensalter betroffen. Die meisten Betroffenen sind älter als 80 Jahre. In der Forschung wurde eine Vielzahl von Faktoren identifiziert, die bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielen. Definitive Ursachen sind jedoch noch unklar.

Ist Demenz heilbar?
Nein. Derzeit gibt es keine Therapie, die zur Heilung einer Demenz führt. Es gibt medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten beispielsweise für Alzheimer-Patienten, die die Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit verbessern und die zum Teil das Fortschreiten der Symptome verzögern können. Es ist aber nicht möglich, den Krankheitsprozess zu stoppen. Behandlungsziel ist es, die Lebensqualität des Erkrankten und der Angehörigen zu verbessern. Hierbei spielen nicht-medikamentöse Therapien eine wichtige Rolle. Leistungsdruck sollte unbedingt vermieden werden.

Was versteht man unter der Alzheimer-Demenz?
Demenz ist ein Überbegriff für zahlreiche Formen von Demenz. Die häufigste Form ist die Alzheimer-Demenz, von der rund 60 bis 65 Prozent der Demenzkranken betroffen sind. Die genaue Ursache ist bislang noch ungeklärt. Bei der Alzheimer-Krankheit gehen in einem schleichenden Prozess Gehirnzellen zugrunde. Die Ursache dafür sind Eiweiß-Ablagerungen, die im Gehirn die Reizübertragung zwischen den Nervenzellen stören.
Bei vaskulären Demenzformen kommt es ebenfalls zum Absterben von Nervenzellen im Gehirn, allerdings in Folge von Durchblutungsstörungen des Gehirns. Von diesem Typ sind etwa 20 Prozent der Patienten betroffen.

Was ist eine Pseudodemenz?
Bei einer Pseudodemenz treten die Symptome einer Demenz auf. Bei genauerer Untersuchung zeigt sich jedoch, dass ihnen keine degenerative Demenzerkrankung zugrunde liegt, sondern zum Beispiel eine andere Erkrankung – zum Beispiel Depression, Entzündungen, Tumore. Auch Verletzungen des Gehirns, bestimmte Medikamente und Infektionskrankheiten können eine Pseudodemenz auslösen.

Was ist für Angehörige von Demenzkranken wichtig?
Angehörige sollten Anzeichen für eine Demenz nicht verdrängen, sondern sich aktiv mit ihnen auseinandersetzen. Auch wenn Demenz nicht heilbar ist, ist es wichtig, eine Demenzerkrankung möglichst frühzeitig zu diagnostizieren. So kann ausgeschlossen werden, dass es sich um eine andere Krankheit handelt. Fällt Angehörigen eine Veränderung der geistigen Fähigkeiten auf, sollten sie den Betroffenen von einem Arztbesuch überzeugen. Nur ein Arzt kann eine fachgerechte Diagnose stellen und die richtige Therapie einleiten. Wer die Demenzerkrankung früh erkennt, kann sich mit den möglichen Folgen auseinandersetzen, ehe er die Fähigkeit dazu verliert. Ein offener Umgang mit der Krankheit stellt sowohl für den Betroffenen als auch für Angehörige eine große Entlastung dar.

Angehörige, die einen Demenzkranken zu Hause versorgen und begleiten, übernehmen eine schwere und verantwortungsvolle Aufgabe. Wichtig ist in erster Linie, Wissen über die Krankheit und den Umgang mit dem Erkrankten zu erwerben und sich frühzeitig Unterstützung zu suchen, bevor die Belastung zu groß wird. Die konkreten Probleme, die im Zusammenleben mit einem Demenzkranken auftreten, sind höchst unterschiedlich. Sie hängen zum Beispiel von der Persönlichkeit, vom Krankheitsstadium, von äußeren Lebensumständen aber auch von den Fähigkeiten der betreuenden Personen ab. Wissen über die Krankheit und der Austausch mit Experten und anderen Betroffenen können vor Enttäuschungen und Resignation bewahren und vermitteln Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung.

Was ist das Besondere an der Demenzpflege in den Cura und Maternus Seniorencentren?
Das Zentrale Qualitätswesen der Cura Unternehmensgruppe hat den Einrichtungen ein „Konzept zur Begleitung von Menschen mit Demenz“ zur Verfügung gestellt, welches für jeden Standort individualisiert wird.

In den Cura und Maternus Einrichtungen wird die segregative Betreuung der an Demenz erkrankten Bewohner bevorzugt. Segregativ bedeutet gegenüber integrativ, dass es besondere Wohnbereiche für diese Bewohner gibt und sie nicht mit den anderen, nicht erkrankten Bewohnern zusammen leben und betreut werden. Dieses Konzept trägt dazu bei, Konflikte zu vermeiden und den an Demenz leidenden Bewohnern die nötige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Diese Wohnbereiche werden so ausgestattet, dass sie den Bewohnern räumliche und zeitliche Orientierung ermöglichen und ein Gefühl des „zuhause Seins“ und Sicherheit vermitteln. So vermitteln Wohnküchen heimische und bekannte Gerüche, wenn z. B. gebacken wird, außerdem hilft Zuarbeit zur Essensbereitung den Alltag zu strukturieren.

Zum Wohnbereich gehört, wo es möglich ist, ein den Bedürfnissen der Bewohner entsprechend gestalteter Garten, der es ermöglicht „Natur“ zu erleben und entsprechende Sinneseindrücke zu erfahren.

Häufig sind die Wohnbereiche mit einem Chipsystem gesichert, dass einen Alarm auslöst, wenn einer der Bewohner sich aus dem Bereich entfernt. So wird vermieden, dass der Betreffende orientierungslos herumirrt und sich in Gefahr begibt.

Die Ansprache der Bewohner ist individuell und beruht auf den Erkenntnissen, die die Pflege- und Betreuungskräfte aus der Biographie des Bewohners gewonnen haben.

Da mit fortschreitender Demenz auch die praktischen Fähigkeiten verloren gehen, wird sogenanntes „Fingerfood“ angeboten, also Speisen, die durch spezielle Zubereitung mit den Fingern zu sich genommen werden können, wenn das Essen mit Besteck nicht mehr möglich ist.

Die Fachpflege wird in der Regel von fortgebildeten Gerontopsychiatrie Pflegekräften geleistet, eine Kooperation mit Psychiatern zur speziellen medizinischen Versorgung der Bewohner wird angestrebt.

Neben der Hauptdiagnose Demenz leiden die Bewohner häufig an chronischen Schmerzen oder auch Depressionen. Um diese Beschwerden, die sie nicht äußern können, einer Behandlung zuzuführen, bilden wir Pflegekräfte aus, die in der Lage sind dieses zu erkennen.

Drei unserer Einrichtungen sind ganz besonders auf Demenz spezialisiert:

> Ein "Haus für Menschen mit Demenz" ist das Cura Seniorencentrum Oldenburg, denn hier leben 38 demenzerkrankte Menschen wie in einer großen Familie.

> Die "Tagesoase" im Cura Seniorencentrum Verden bietet mit seinem Chipsystem viel Sicherheit für Bewohner und Angehörige.

> Der Demenzbereich im Cura Seniorencentrum Zeven ist zertifiziert und pflegt 32 Bewohner nach dem Böhm-Modell.